Spielen macht Schule in Mehrgenerationenhäusern

Neue Spielezimmer als Raum der Begegnung für Jung und Alt

20 Mehrgenerationenhäuser in Deutschland können sich freuen: Die Initiative „Spielen macht Schule" vergibt bereits zum zweiten Mal Spiele an Einrichtungen, um ein zusätzliches wertvolles Angebot für junge, ältere und demenzkranke Menschen zu schaffen. Die Gewinner sind ermittelt: Insgesamt können sich bundesweit 20 Mehrgenerationenhäuser über eine komplette Spielezimmer-Einrichtung freuen.

In Kooperation mit dem Bundesministerium für Familien, Frauen, Senioren und Jugend, der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und dem TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) fördert der Verein Mehr Zeit für Kinder das gemeinsame Spielen und Lernen in Mehrgenerationenhäusern. Zur Teilnahme am Wettbewerb hatten die Initiatoren die Einrichtungen dazu aufgerufen, ein Konzept zur Förderung generationsübergreifender Spiele einzureichen und dabei einen besonderen Fokus auf die Integration von demenzkranken Menschen zu legen.

Folgende 20 Mehrgenerationenhäuser haben 2012 gewonnen:

Mehrgenerationenhaus MITTENDRIN

04509

Delitzsch

Mehrgenerationenhaus MÜZE

65343

Eltville

Senfkorn-Mehrgenerationenhaus Emlichheim

49824

Emlichheim

Mehrgenerationenhaus Eschershausen e.V.

37632

Eschershausen

Mehrgenerationenhaus Haus der Familie e.V.

03172

Guben

Mehrgenerationenhaus Nachbarschaftszentrum Pusteblume

06122

Halle

Mehrgenerationenhaus Lübz des Jugendfördervereins Parchim/Lübz e.V.

19386

Lübz

Mehrgenerationenhaus Pattensen MOBILE - Verein für Gesundheits- und Familienbildung e.V.

30982

Pattensen

Mehrgenerationenhaus Perle-Treff

19348

Perleberg

Mehrgenerationenhaus Rosenheim

83022

Rosenheim

Mehrgenerationenhaus Bürgerwerkstatt Stutensee e.V.

76297

Stutensee

Mehrgenerationszentrum Uelzen

29525

Uelzen

ASB Familienzentrum Wertingen

86637

Wertingen

Wormser Sozial- und Bürgernetzwerk e.V.

67547

Worms

Mehrgenerationenhaus Stadtteiltreff A-Meise

42281

Wuppertal

Mehrgenerationenhaus Phoenix

14167

Berlin

Mehrgenerationenhaus AWO Soziale Dienste Rudolstadt gGmbH

07426

Königsee

Mehrgenerationenhaus Bad Salzungen

36433

Bad Salzungen

DRK Mehrgenerationenhaus Toitenwinkel

18147

Rostock

Helene-Weber-Haus

52222

Stolberg

 

„Auch in diesem Jahr zeigen uns die eingegangenen Konzepte, wie engagiert und intensiv sich die Mehrgenerationenhäuser mit dem klassischen Spielen in ihrer Einrichtung auseinandersetzen. Unser Ziel ist es, jungen und älteren, oftmals demenzkranken Menschen, das Lernen und Erfahren mit mehreren Sinnen wieder näher zu bringen", erklärt Simone Linden, Geschäftsführerin des Vereins Mehr Zeit für Kinder.

Wie passen aber Generationen übergreifendes Spielen und die gleichzeitige Förderung von demenzkranken Menschen zusammen? Die Initiatoren sind sich einig: Spielen regt - unabhängig vom Alter - wichtige kognitive Prozesse an, trainiert grundlegende Fähigkeiten und hält geistig fit. Außerdem lassen sich durch gemeinsames Spielen wertvolle Kontakte zwischen jungen, alten und insbesondere demenzkranken Menschen anbahnen.

Sabine Jansen, Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.: „Spielen kann für Menschen mit Demenz ein wunderbares Mittel sein, ihre noch vorhandenen Fähigkeiten einzusetzen, damit Freude zu erleben und gemeinsam mit Anderen in Kontakt zu sein." Spielerische Aktivitäten in der Gemeinschaft beeinflussen die Entwicklung jedes Einzelnen positiv.

Interessenten können die Liste aller Gewinnereinrichtungen und Ansprechpartner unter der Mail-Adresse spielen-macht-schule@mzfk.de anfordern. Weitere Informationen zu der Initiative gibt es im Internet unter www.spielen-macht-schule.de/downloads.htm.


Ansprechpartner bei Mehr Zeit für Kinder ist Katrin Bunk, Tel.: 069 / 15 6896-22, Mail: Katrin.Bunk@mzfk.de.


   

Der Leitgedanke
"Ältere Menschen befassen sich oft mit der Frage, was sie tun können, um einem geistigen Verfall vorzubeugen. Oftmals spielt dabei die Idee eine Rolle, dass man nach dem Joghurt und dem Dauerlauf am Morgen nur noch ein Sudoku oder ein Kreuzworträtsel machen muss, damit man auch geistig fit bleibt – das ist falsch. Aus der Forschung weiß man: Soziale Wesen, die miteinander in sozialen Gesellschaften leben, leben länger und bleiben auch geistig fitter. Das Leben in der Gemeinschaft hält jung. Spiele dienen dazu, gemeinsame Aktivitäten, Lebensvollzüge, zu inszenieren, d.h. Ihnen Raum, Zeit und Struktur zu geben. Man hat daher guten Grund zur Annahme, dass das gemeinsame Spielen von Jung und Alt das Beste ist, was ältere Menschen zum Erhalt ihrer geistigen Fitness tun können."
Prof. Manfred Spitzer,
Gründer und Leiter TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen, Ulm

Hintergrundinformationen
Im Jahr 2007 haben der Verein Mehr Zeit für Kinder e.V. und das TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen, ZNL, die Initiative „Spielen macht Schule“ gegründet. Das langfristig angelegte Projekt hat zum Ziel, das klassische Spielen mehr in den Schulalltag der Kinder zu integrieren. Daher schreiben die Initiatoren in einem Wettbewerb Spielezimmer für Grundschulen aus. Die darin eingesetzten Spiele hat das TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) hinsichtlich ihres Lerneffekts geprüft und bewertet. Mit der Einrichtung dieser Spielzimmer soll der natürliche Spieltrieb gefördert werden, da Spielen wichtige Lernprozesse anregt und die Kinder auf die Anforderungen ihres späteren Lebens vorbereitet. Seit der Pilotphase 2007 haben schon mehr als 770 Grundschulen eine kostenlose Spielzeug-Ausstattung für ein Spielezimmer gewonnen. Die Initiative wurde 2011 erstmals erfolgreich auf Mehrgenerationenhäuser ausgeweitet.